Nachhaltig Reisen

Illustration: 2Dream Productions, Foto: Bruno Soares/unsplash.com

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Nachhaltig reisen – die besten Tipps für grüne Mobilität

Kaum scheinen die ersten, warmen Sonnenstrahlen zaghaft durch das Bürofenster, packt uns auch schon die Reiselust. Nur noch wenige Wochen und viele von uns sind wieder unterwegs, um den wohlverdienten Sommerurlaub zu genießen. Bereits kleine Maßnahmen bewirken einen großen Unterschied für ein nachhaltiges Reisen – egal, ob wir privat oder beruflich unterwegs sind.

Wer vorausschauend plant, schont die Umwelt

Bevor Sie sich an das Packen Ihres Koffers machen, sollten sie sich unbedingt überlegen, ob Ihre Reise auch wirklich notwendig ist. Beim Urlaub stellt sich diese Frage natürlich nicht, aber viele Business-Reisen lassen sich heutzutage sehr einfach, kosteneffizient und nachhaltig auf digitalem Wege beschreiten: Videokonferenzen sind hier das richtige Stichwort. Diese sollten im Unternehmensumfeld immer zuerst in Betracht gezogen werden.  Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten umweltschonend zu reisen. Los geht’s!

Nachhaltig in Fahrt

Egal ob man ein eigenes Auto hat oder nicht, es gibt viele Möglichkeiten dieses nachhaltig zu nutzen. Carsharing-Dienste sind eine einfache und effiziente Alternative zum eigenen bzw. Firmenauto. Anstatt viel Kapital in eine Firmenflotte zu investieren, die nur einigen wenigen zugute kommt, erweist Carsharing nicht nur Ihnen gute Dienste, sondern auch der Umwelt.

Eine weitere Möglichkeit Carsharing zu nutzen, ist das eigene Auto anzubieten. Online-Börsen für Mitfahrgelegenheiten bieten eine weitere Option Autofahrten nachhaltiger zu gestalten, egal ob Sie Ihr eigenes Auto zur Verfügung stellen oder nur einen freien Sitzplatz brauchen. Schließlich können Sie auch mit Ihren Arbeitskollegen interne Gemeinschaftsfahrten organisieren. Das Wichtigste, wenn Sie das Auto für Ihre Mobilität nutzen wollen, ist, leer Plätze zu vermeiden.

Bei Zielen innerhalb Österreichs oder ins nahegelegene europäische Ausland, sind Reisebusse auf alle Fälle eine gute Alternative. Ganz so komfortabel wie die Schiene oder schnell wie das Flugzeug ist ein Bus nicht, aber auf jeden Fall eine Überlegung wert. Eurolines steuert beispielsweise viele europäische Destinationen an, ist preislich absolut konkurrenzfähig und tut im Vergleich zu anderen Reisearten auch der Umwelt gut.

 

Nachhaltig auf Schiene

Auch mit der Bahn lässt es sich günstig, grün und komfortabel verreisen. Sowohl die Westbahn als auch die ÖBB bieten interessante Angebote für Reisende: hier günstige Westspartickets, dort die Sparschiene.

Bahnfahren

Foto: Josh Nezon/unsplash.com

Zusätzlich gibt Ihnen die ÖBB mit ihrer App Green Points die Möglichkeit Punkte zu sammeln und so ausgewählte Projekte zu unterstützen. Geben Sie einfach, sobald Sie im Zug sitzen, den Zielort Ihrer Reise in die App ein und drücken Sie auf Start, schon werden Ihre Green Points verbucht.

 

Über den Wolken

Obwohl Flüge umwelttechnisch schwer vertretbar sind, sind solche Reisen manchmal einfach unumgänglich. Es gibt aber die Möglichkeit den CO2-Auststoss zu kompensieren. Das geschieht entweder direkt bei der Airline oder über die BOKU Wien, Atmosfair oder Climate Austria. Sie tippen ein, von wo aus Sie wohin gereist sind, ergänzen einige weitere Infos, und schon steht Ihr CO2-Ausstoß fest.

Die einzelnen Kompensationsrechner bringen meist unterschiedliche Ergebnisse hervor. Woran das liegt? Atmosfair berücksichtigt den „RFI-Faktor“ (Radiation Forcing Index), bei dem nicht nur der CO2-Ausstoß, sondern auch die klimaschädliche Wirkung der Kondensstreifen bei Flügen über neun Kilometer Höhe bewertet wird.

 

Wir empfehlen Ihnen bei geplanten Reisen alle Möglichkeiten abzuwägen und diese zum Beispiel über den Eco Passenger zu vergleichen. Dieses Tool zeigt Ihnen, wie viel Kohlendioxid, Energieressourcenverbrauch, Feinstaub, Stickoxide und Nicht-Methan-Kohlenwasserstoffe jeweils von Zug, Auto oder Flugzeug erzeugt werden. Auf Routerank lassen sich zusätzlich die benötigte Zeit, die Kosten und der CO2-Ausstoß vergleichen. So lässt sich eine nachhaltige Entscheidung um einiges leichter treffen.

 

Umweltbewusst untergebracht

Der ökologische Fußabdruck unserer Reisen zeigt sich nicht nur auf dem Weg dorthin, sondern auch am Ziel selbst. Die Wahl der Unterkunft macht durchaus einen umwelttechnischen Unterschied. Öko- und Bio-Hotels haben in den letzten Jahren viel an Beliebtheit gewonnen und auch das Angebot steigt laufend, so z.B. bei ehc hotels,  Bio Hotels oder Green Pearls.

Private Unterkünfte wie AirBnB schonen nicht nur Ihr Budget, sondern oftmals auch die Umwelt. Auch hier gilt das Prinzip der optimalen Auslastung, ähnlich wie beim Auto. Zusätzlich können Sie so einen direkten Einblick in fremde Lebenswelten und Kulturen erhalten, die bei klassischen Hotels oft auf der Strecke bleiben.

 

Reiseveranstalter mit Umweltbewusstsein

Reiseveranstalter haben es mit den starken Online-Reiseportalen nicht einfach. Punkten können sie aber immer noch, wenn sie sich spezialisieren. So beispielsweise Odyssee-Reisen, das nicht nur fair agiert – es ist das erste Reisebüro Österreichs, das mit dem CSR Tourism Certi­fied-Qualitässiegel ausgezeichnet wurde – sondern gezielt auf besondere Reisebedürfnisse eingeht. Egal, ob Sie einheimische Gerichte kochen lernen oder den besten Bioweinbauern vor Ort treffen wollen, hier wird das richtige Paket für Sie geschnürt.

Testen Sie auf der Seite des WWF wie umweltschonend Ihr Urlaub ist.

Renatour ist ein weiterer interessanter Anbieter, der auf landestypische Refugien und biologisch ausgerichtete Ferienhäuser achtet. Zusätzlich sind viele Angebote auf Familien mit Kindern abgestimmt.

Nachhaltige Reisen

Foto: Jérémie Crémer/unsplash.com

Nachhaltig versiegelt

Auch im Tourismus gibt es Gütesiegel, die Qualität und Glaubwürdigkeit bestärken. Das bereits erwähnte CSR Tourism Certified-Siegel ist eine Auszeichnung für Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung im Tourismus.

Das österreichische Umweltzeichen umfasst alle Umweltaspekte eines Tourismusbetriebes, vom Abfallmanagement, über Energiesparen bis hin zur gesunden Ernährung und umweltfreundlichen Anreise.

Das Europäisches Umweltzeichen setzt auf die Begrenzung des Energie- und Wasserverbrauchs, die Vermeidung von Abfällen, den bevorzugten Einsatz erneuerbarer Ressourcen und die Förderung der Umweltbildung. Eine gute Übersicht über den Gütesiegeldschungel im Tourismus ­finden Sie bei den Naturfreunden International.

 

Unterwegs in der Green City

Wir leben und arbeiten in der lebenswertesten Stadt der Welt. Auch im Bereich Mobilität hat Wien einiges zu bieten. Die erste Wahl bei innerstädtischen Zielen ist sicherlich das öffentliche Verkehrsnetz, das nicht nur günstig ist, sondern auch effizient und verlässlich seinen Dienst verrichtet.

Holen Sie sich die kostenlose Radfahr-Navi-App für Wien.

Überschaubare Distanzen kann man auch mit dem Fahrrad zurücklegen, sei es mit dem eigenen oder einem geliehenen Rad. Während Anzüge und Krawatten auf Rädern in Wien noch relativ selten anzutreffen sind, zeigt der globale Trend eindeutig in diese Richtung. Wenn Sie Fahrrad fahren lieben, dann planen Sie doch Ihren nächsten Urlaub zu einer der Fahrradmetropolen Europas. Diese finden Sie auf der Copenhagenize-Liste.

Fahrradfahren

Foto: Fritz Bielmeier/unsplash.com

 

Auch Paketzustellungen lassen sich innerhalb Wiens problemlos und umweltschonend per Fahrradkurier befördern. Bei großen und unhandlichen Lieferungen führt natürlich kein Weg an einem Spediteur vorbei. Wählen Sie hier aber nach Möglichkeit einen umweltfreundlichen Dienstleister.

Auch das Zufußgehen ist eine einfache und nachhaltige Art der der Fortbewegung innerhalb der Stadt. Auf diese Weise können Sie nicht nur die Schönheit unserer Stadt erkunden, Sie leisten auch einen wichtigen Beitrag für Ihre Gesundheit.

Erkunden Sie Reiseführer, die von Einheimischen zusammengestellt wurden: zu finden bei Nectar & Pulse.

Apropos „zu Fuß“, auch private Führungen wie sie Global Greeters anbieten, sind eine wunderbare Gelegenheit sein Reiseziel zu erkunden. Gäste werden in der Stadt zu einem etwa zweistündigen Spaziergang mitgenommen, um diese jenseits der Reiseführer-Routen und abseits der üblichen Pfade kennenzulernen. Auch in Wien kann dieses Angebot genutzt werden.

Motovieren Sie als umweltbewusster Arbeitgeber Ihre Mitarbeiter dazu öffentliche Verkehrsmittel, das Rad oder den Fußweg in die Arbeit zu nutzen. Unterstützen Sie den Kauf von Jahreskarten, denken Sie über die Anschaffung von Firmenrädern nach und sorgen Sie für sichere Aufbewahrungsmöglichkeiten der Räder sowie Duschmöglichkeiten. So steht der nachhaltigen Mobilität so gut wie nichts mehr im Weg.

 

Ist nachhaltiges Reisen möglich? Wir sagen ja und hoffen mit diesem Beitrag auch Sie davon überzeugt zu haben. Sollten Sie noch mehr Empfehlungen haben, freuen wir uns über diese in den Kommentaren.

In Kategorie: Allgemein, Business, Intern

Über die Autoren

Sandra und Yvonne sind die Inhaberinnen von DIE MARILLA, Wiens grüner Werbeagentur. Sie bloggen hier über Nachhaltigkeit im Privat- und Berufsleben. Und informieren über DIE MARILLA-Neuigkeiten.

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