Naturkosmetik

Illustration: 2Dream Productions, Foto: William Iven/unsplash.com

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Alles, was Sie über Naturkosmetik wissen müssen

An unsere Haut wollen wir doch nur das Beste lassen – und dazu zählen Chemie und Hormone nicht. Die Haut von konventioneller Kosmetik auf Naturkosmetik umzustellen, dauert ungefähr einen Monat. Um der Haut genug Zeit für die Umgewöhnung zu geben, steigt man am besten Schritt für Schritt auf natürliche Kosmetik um!

Warum sich Naturkosmetik anders anfühlt

Naturkosmetik hilft der Haut bei der natürlichen Selbstregulierung.

Dabei gilt zu wissen, dass schäumen nicht unbedingt mit reinigen gleichzusetzen ist: Naturkosmetik kommt ohne synthetische Tenside aus, wodurch sie nicht schäumen kann und von manchen Verwendern fälschlicherweise als weniger wirksam betrachtet wird. Naturkosmetik hat aber die gleiche reinigende Wirkung wie synthetische Kosmetik. Die natürlichen Inhaltsstoffe, z.B. bei Duschgels oder Bodylotions, ziehen aber schneller in die Haut ein und setzen sich nicht spürbar auf der Hautoberfläche ab – dadurch hat man am Anfang das Gefühl, weniger mit Feuchtigkeit versorgt zu werden.

Richtig auf Naturkosmetik umsteigen

Beim Umstieg auf Naturkosmetik ist Konsequenz gefragt: Hat man sich dafür entschieden, auf natürliche Inhaltsstoffe umzusteigen, sollte man nach und nach alle Produkte austauschen. Die Vermischung von Naturkosmetik und herkömmlicher Kosmetik schadet zwar nicht, macht aber die Wirkung der Naturkosmetik zunichte: Reinigt man z.B. die Haut mit natürlichem Reinigungsgel und verwendet danach eine Gesichtscreme auf Erdölbasis, nimmt man der Naturkosmetik die Chance, ihre Wirkung zu entfalten. Die meisten Naturprodukte haben übrigens eine durchschnittliche Haltbarkeit von 12 bis 24 Monaten.

 

Schädliche Inhaltsstoffe mittels App erkennen

In der Kosmetik sollte man auf Silikone und Paraffine als Inhaltsstoffe verzichten – bei beiden handelt es sich um künstliche Fette. Auch Polyethylenglykole (PEGs) sind schädlich, weil sie die Haut durchlässig machen. Nützliche Apps helfen dabei, Inhaltsstoffe in Kosmetika zu erkennen: Mit dem Codecheck lassen sich Produkte über den Strichcode scannen und die Inhaltsstoffe einfach auswerten. Auch über die Website kann man Produkte suchen und auf ihre Inhaltsstoffe kontrollieren. Die App ToxFox funktioniert auf die selbe Weise – hierbei sieht man auch, ob sich hormonell wirksame Schadstoffe im Einkaufswagen befinden.

 

Sonderfall Nagellack

Wir sind beide große Fans von Nagellacken – leider gibt es Nagellack meist nicht als reine Naturkosmetik, da es ein durch und durch chemisches Produkt ist und Weichmacher und Hormone enthält. Besonders schlimm soll laut Öko-Test die Edelmarke Chanel sein, die sogar einen verbotenen Stoff enthält. Die meisten Bio-Marken sind höchstens schadstoff-ärmer, wie z.B. Sante oder Benecos. Am besten schneidet Logana im Vergleich ab – er ist der erste Nagellack, der mit den Naturkosmetik-Siegeln BDIH und NaTrue ausgezeichnet wurde! Leider ist er bis jetzt nur in 5 Farben erhältlich.

Nagellack

Foto: William Iven/unsplash.com

 

Auf das Siegel, nicht die Marke, achten

Beim großen Naturkosmetik-Check von GLOBAL 2000 wurden Produkte von BIPA, dm, Müller, dem Biosupermarkt BASIC, denn’s, Prokopp, Martin reformstark und einigen kleineren Reformläden untersucht. Der Etikettenschwindel in der Kosmetikbranche ist demnach gewaltig: Betroffen waren sowohl große, konventionelle Hersteller als auch solche, die sich klar als grün positionieren, wie The Body Shop oder Yves Rocher. Deswegen sollte man sich nicht von Verpackung und vermeintlich nachhaltiger Marke beirren lassen, sondern auf die Siegel achten:

BDIH-Standard
Der Naturkosmetik-Standard des Bundesverbands der Industrie und Handelsunternehmen für kosmetische Mittel legt u.a. fest, welche Pflanzen aus ökologischem Anbau stammen müssen.

NaTrue
Die Produkte mit dem Siegel der internationalen Naturkosmetik-Vertretung erfüllen hohe Natur- und Biokosmetik-Standards.

Cosmebio
Der französische Kosmetikverband hat ein eigenes Siegel, das zwei Arten von Naturkosmetik unterscheidet – je nach dem Anteil der Natur- und Bio-Rohstoffe.

ECOCERT
ECOCERT überprüft unter anderem den Anteil der natürlichen und biologisch angebauten Inhaltsstoffe.

EcoControl
Das Siegel von EcoControl bedeutet die Einhaltung von hohen ökologischen Standards, z.B. den Einsatz von Bio-Rohstoffen.

The Vegan Society
Das Zeichen der Vegan Society kennzeichnet Produkte, die komplett ohne tierische Substanzen auskommen.

Leaping Bunny
Der springende Hase garantiert, dass bei der Produktion kein Tier leiden musste.

Naturkosmetiksiegel

Naturkosmetiksiegel

Im Download von GLOBAL 2000 gibt es noch weitere Siegel in der Übersicht, z.B. demeter oder das Austria Bio-Siegel. Vielen Konsumenten ist immer noch nicht ganz klar, was die Begriffe wie tierversuchsfrei, vegan oder Naturkosmetik bedeuten, denn die Deklarationspflicht für Kosmetik-Hersteller fällt manchmal dürftig aus. Genaueres gibt es bei Codecheck nachzulesen!

 

Unsere liebsten Naturkosmetik-Marken und -quellen

Am liebsten benutzen wir natürliche Produkte von Alverde, Lavera, Weleda und Ringana, sowie die handgemachten Seifen von Alles Seife. Naturkosmetik kann man ganz einfach online bestellen, z.B. bei ECCO Verde, NAKO Naturkosmetik oder VIOLEY.

Heilerde Naturseife

Foto: Alles Seife

Naturkosmetik selber machen

Kokosöl entfernt Make-Up, ist eine gute Lippenpflege, schützt vor UV-Strahlen und wirkt antibakteriell und hautstraffend!

Kosmetikprodukte selbst herzustellen hat den Vorteil, dass man genau weiß, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Das Messen, Mischen, Rühren und Experimentieren mit den Zutaten macht außerdem Spaß! Online findet man dazu viele Rezepte, z.B. im Folder der Umweltberatung. 2 einfache Rezepte wollen wir Ihnen mit auf den Weg geben:

Creme aus Milch
Zutaten:

50 ml zimmerwarme Vollmilch

100 ml gutes Pflanzenöl (z.B. Rapsöl oder Mandelöl)
1/2 TL Honig (muss nicht sein)

10–30 Tropfen ätherisches Öl (z.B. Lavendelöl)

Rühren Sie mit dem Stabmixer die Milch etwa 2 Minuten und fügen Sie das Öl ganz langsam unter ständigem Rühren hinzu. Wenn die Mischung dick, schneeweiß, weich und geschmeidig ist, können Sie Honig dazugeben, der die Mischung ein bisschen klebrig macht. Danach mischen Sie das ätherische Öl dazu und füllen die Creme in einen Salbentiegel. Im Kühlschrank hält sie länger als bei Zimmertemperatur!

Badeessig
Zutaten:
500 ml hochwertiger Apfelessig

1 unbehandelte Zitrone

1 unbehandelte Orange

eine Handvoll frische Pfefferminze
10 Tropfen Orangenöl

10 Tropfen Minzeöl

Buchtipp: „Natürlich schön: Naturkosmetik selbst gemacht“ von Christina Kraus

Raspeln Sie die Zitronen- und Orangenschale und schneiden Sie das Fruchtfleisch in dünne Scheiben. Hacken Sie die Pfefferminze grob. Geben Sie alles zusammen mit dem Essig in ein verschließbares Einsiedeglas und lassen sie es 1 bis 2 Wochen an einem hellen Ort ziehen. Danach abseihen und die ätherischen Öle hinzufügen. In eine hübsche Flasche gefüllt, hält der Badeessig bis zu 2 Jahre und eignet sich im Sommer ideal gegen das Schwitzen, oder auch als reines Fußbad.

Sind Sie schon auf Naturkosmetik umgestiegen? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit.

In Kategorie: Allgemein, Intern

Über die Autoren

Sandra und Yvonne sind die Inhaberinnen von DIE MARILLA, Wiens grüner Werbeagentur. Sie bloggen hier über Nachhaltigkeit im Privat- und Berufsleben. Und informieren über DIE MARILLA-Neuigkeiten.

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