Nachhaltiger Druck

Illustration: 2Dream Productions, Foto: Mr. Marco/unsplash.com

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3 wertvolle Tipps für nachhaltigen Druck

Dumpingpreise und kurze Lieferzeiten verlocken viele österreichische Unternehmen dazu, ihre Werbemittel im Ausland drucken zu lassen. Österreichs Druckereien haben dadurch immer stärker mit der Konkurrenz aus dem Ausland zu kämpfen:

Der Verband Druck & Medientechnik verzeichnet zurzeit eine Abwanderung von Druckaufträgen in die Nachbarländer von bis zu 30 %. Den Anteil der österreichischen Auftraggeber, die ausschließlich auf heimische Druckunternehmen setzen, schätzt man sogar auf nur ca. 50 %.

Im Sinne von Regionalität, kurzen Transportwegen und Schaffung von Arbeitsplätzen ist das keine begrüßenswerte Entwicklung – die österreichische Wirtschaft sollte auch im Druckbereich unterstützt werden. Am besten, indem Sie ab sofort nachhaltiger drucken lassen:

Was ist nachhaltiger Druck?

Nachhaltiger Druck ist an sich ja eigentlich ein Paradoxon: Etwas Gedrucktes wird nie besonders nachhaltig sein. Gerade deswegen ist es unser Ziel, Druckprodukte so umweltfreundlich, ressourcenschonend und ökonomisch wie möglich herzustellen.

3 wertvolle Tipps für nachhaltigen Druck:

1) Wählen Sie eine regionale Druckerei
Eine Druckerei in der Umgebung hat mehrere Vorteile: Erstens sind natürlich die Transportwege des fertigen Druckproduktes kürzer, und österreichische Arbeitsplätze werden erhalten. Weiters haben Sie bei heimischen Ansprechpartnern aber auch den Vorteil, dass es nicht aufgrund unterschiedlicher Sprachkenntnisse zu Missverständnissen kommen kann (gerade bei heiklen Druckprodukten) und im Fall der Fälle der Gerichtsstandort Österreich zuständig ist.

2) Achten Sie auf Zertifizierungen
Verschiedene Umweltzeichen geben Ihnen Auskunft über die Nachhaltigkeit des Druckbetriebes:

  • Das Österreichische Umweltzeichen bestätigt umweltfreundliche und ressourcenschonende Materialien und Produktionsweisen.
  • EMAS (EcoManagement and Audit Scheme) ist das anspruchsvolle System für nachhaltiges Umweltmanagement und garantiert Ihnen als Kunde höchste ökologische und ökonomische Effizienz – regelmäßig auditiert und veröffentlicht.
  • Durch die Kooperation mit Climate Austria werden die CO₂-Emissionen, die rund um die Produktion entstehen (durch Transport, Materialien etc.) kompensiert und das Produkt klimaneutral hergestellt. Diese Emissionen sind bei einer nachhaltigen Druckerei an sich schon begrüßenswert gering!
  • Die FSC (Forest Stewardship Council)-Zertifizierung garantiert die Verwendung von Papier, dessen Holz aus nachhaltiger und sozial gerechter Forstwirtschaft stammt.
  • Die Zertifizierung mit PEFC (Endorsement of Forest Certification) bedeutet ebenfalls, dass das Holz der Papiere aus nachhaltig und vorbildlich bewirtschafteten Wäldern stammt.
Zertifizierungen

die wichtigesten Zertifizierungen

3) Hinterfragen Sie Ihre Aufträge
Wirkliche Nachhaltigkeit entsteht meist erst durch Reduktion bzw. Vermeidung. Treten Sie einen Schritt zurück und betrachten Sie die Flyer- und Folder-Maschinerie Ihres Unternehmens kritisch:

  • Nehmen Sie sich Zeit bei der Konzipierung und Gestaltung Ihrer Druckprodukte, damit es keine unvollständigen, fehlerhaften oder kurzlebigen Druckerzeugnisse gibt, die dann im Müll landen.
  • Achten Sie bei der Gestaltung auf die Seitenzahl und das Format: DIN- und andere Standard-Formate können wesentlich günstiger und effizienter gedruckt werden, da es zu weniger Verschnitt und damit Abfall kommt.
  • Es muss nicht immer der aufwändigste Farbdruck sein – auch Schwarz-Weiß kann sehr reizvoll sein.
  • Wie wäre es statt einer Schmuckfarbe oder Lackierung mit einer umweltfreundlicheren Stanzung oder Prägung, wie für unseren Kunden Greenground?
  • Auch wenn die Stückzahl günstiger wird, je mehr produziert wird: Brauchen Sie wirklich die gewünschte Menge, oder wird ein Teil am Ende eingestampft werden?
Stanzung

Stanzung

Als Zeichen Ihres Engagements dürfen Sie entsprechende Zeichen wie „Umweltfreundlich gedruckt“ auf Ihrem Druckprodukt anbringen, was wiederum einen Imagegewinn für Ihr Unternehmen darstellt.

Unsere 3 Lieblings-Druckereien für nachhaltiges Drucken

1) Grasl Druck, Bad Vöslau
Grasl Druck und ihr Online-Bereich Fairprint aus Bad Vöslau verwenden auch Druckfarben auf Pflanzenölbasis ohne Mineralöle; und für die Druckveredelung mittels Inline-Lackierung nur Ökolacke auf Wasserbasis ohne Lösungsmittel!

2) Gugler, Melk
Gugler druckt in Melk ganzheitlich nachhaltig und nach dem Prinzip Cradle To Cradle: Diese Druckerzeugnisse werden so produziert, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus vollständig in den biologischen Kreislauf zurückfließen können.

3) Druck.at, Wien
Die Online-Druckerei Druck.at ist eine günstigere Online-Alternative, die auch schon Eco-Drucksorten anbietet. Aber Achtung! Bei Online-Druckereien gibt es nicht wirklich Beratung, und Sonderwünsche wie Stanzungen bieten sie nicht an. Im niederösterreichischen Leobersdorf gibt es eine Niederlassung!

Tipps für den nachhaltigen Druck im Büro und zuhause

Natürlich macht auch der Druck von Privatpersonen im Alltag einen erheblichen Anteil am Gesamtvolumen aus.

Am geringsten ist der Druckerpatronen-Verbrauch mit der Schriftart „Garamond“. Am verschwenderischsten druckt die „Times New Roman“!

  • Verwenden Sie Recyclingpapier mit Zertifizierungen. Optisch ist oft kein Unterschied mehr zu herkömmlichem Papier ersichtlich!
  • Drucken Sie nur das Notwendigste aus – wir leben ohnehin in einem digitalen Zeitalter.
  • Drucken Sie beidseitig aus oder verwenden Sie die Rückseite für Notizen.
  • Drucken Sie in Schwarz-Weiß aus.

Entscheiden Sie sich für einen Drucker mit Umwelt-Zertifizierung (wie Blauer Engel oder Energy Star) oder wechseln Sie gleich zum XEROX ColorQube: Der Festtintenfarbdrucker verursacht bis zu 90 % weniger Druckabfälle, verbraucht weniger Energie und hat einen geringeren CO2-Fußabdruck als vergleichbare Laserdrucker.

feste Tinte XEROX ColorQube

feste Tinte XEROX ColorQube

Oder noch besser: Mit Soja statt Erdöl drucken!

Die meisten Toner für Laserdrucker funktionieren auf einer umwelt- und gesundheitsschädigenden Erdölbasis. Dem Unternehmen PRC in den USA ist es aber gelungen, das Erdöl durch Soja zu ersetzen und damit einen (direkt in den USA) nachwachsenden Rohstoff einzusetzen, der außerdem viel weniger giftig ist.

Dieser Toner auf Sojabasis ist sogar bis zu 20 % billiger in der Herstellung und damit auch im Verkauf und der Verwendung. Große US-amerikanische Verleger sind bereits auf den Soja-Druck umgestiegen und berichten von geringeren Kosten und höherer Farbqualität. Ein Traum! Wir hoffen, dass sich diese Druckmethode rasch auch in Europa durchsetzen wird!

Haben Sie einen persönlichen Tipp oder eine Anmerkung zum nachhaltigen Druck? Schreiben Sie uns!

In Kategorie: Business

Über die Autoren

Sandra und Yvonne sind die Inhaberinnen von DIE MARILLA, Wiens grüner Werbeagentur. Sie bloggen hier über Nachhaltigkeit im Privat- und Berufsleben. Und informieren über DIE MARILLA-Neuigkeiten.

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